DIE PRESSE ÜBER «ES IST VERBOTEN, ÜBERS WASSER ZU GEHEN»

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Zürichsee-Zeitung, 14. 11. 18 (PDF)
«Ein schwungvoller Satz nach vorne, als stünde da eine Bühne – dabei ist es nur ein kleiner ausgesparter Platz vor dem Bücherregal in der Bibliothek. Schon ist er mitten drin, gestenreich und mit Wortwitz die Küsnachter Kommunalpolitik aufs Korn zu nehmen: Die beiden abgelehnten Dorfplatzprojekte. Die neu eingeweihte Turnhalle mit Wasserschaden. Das Goldküstenklischee, aber – nein, das wolle er nicht bedienen. Wie käme er auch darauf, wo die Millionen freiwillig für eine Tobelbrücke fliessen – wenn sie denn dürften. Und so verteilt er noch die eine oder andere nett verpackte Watsche in diese Richtung. Doch die Anwesenden hat er zu diesem Zeitpunkt schon gewonnen. Sie nehmen die ironische Abrechnung mit ihrer Gemeinde mit Humor.

Das Buch, aus dem der 53-Jährige liest, ist sein neustes. ‹Es ist verboten, übers Wasser zu gehen ›. Das Publikum lacht viel in diesen gut eineinhalb Stunden – dies dürfte dem Inhalt der Texte, aber noch mehr der einnehmenden Vortragsweise Friedlis geschuldet sein.

Immer wieder aber wechselt er vom Hochdeutschen der Lesung in den Dialekt, kommentiert, ergänzt oder spricht die Zuschauer direkt an. Mal greift er hinter sich ins Büchergestell, um den ausgestellten Wälzer ‹Ein Mann der Tat› von Richard Russo zu nehmen: Das Buch liege bei ihm seit Monaten auf dem Nachttisch – ungelesen. Die gut 600 Seiten würden ihn dermassen abschrecken. Da erkennt sich wohl mancher der Anwesenden selber. Mal sorgt er mit eingestreuten Witzen – Ogi beim Kreuzworträtseln: Ehemaliger Bundesrat mit drei Buchstaben? Ich! – für zusätzliches Amüsement.

Es seien nicht unbedingt seine liebsten Kolumnen, die er für den Abend ausgewählt habe, sagt er später. Denn die, die er besonders möge, hätten eher einen ernsten Unterton und würden sich für das komödiantische Vortragen weniger eignen. Daran zeigt sich auch, wie die Tätigkeiten Friedlis ineinander übergehen – Kolumnen inspirierten ihn zum Kabarett, aber auch zu Büchern – und umgekehrt.» Andrea Baumann

 

Oberbaselbieter Zeitung, 27. 9. 2018
«Bänz Friedli war angesagt, Kolumnist, Hausmann, Bestsellerautor, Musikkritiker, der bekannt dafür ist, dass er seine Lesungen als Kabarett gestaltet. Das Publikum ih der Gemeindebibliothek Gelterkinden erwartete einen äusserst vergnüglichen Abend und wurde nicht enttäuscht. Als leidenschaftlicher Fussballer und Kenner der Szene zeigt er grosse Bewunderung für den Frauenfussball. So schrieb er sogar ein Kinderbuch über ein fussballspielendes Mädchen, ‹Machs wie Abby, Sascha!›. Zwar zitierte der Autor auch aus seinem neuen Buch ‹Es ist verboten, übers Wasser zu gehen›, er verstand es aber auch, liebevolle bis bissig-witzige Bemerkungen über Lokalberühmtheiten wie Baschi und Ira May fallenzulassen und seine Anerkennung über den Wickeltisch in einem Gelterkinder Männer-WC zu äussern. Verehrung für Elvis Presley, rührende Erinnerungen an einen besonderen Fan, Freude an Witzen über beliebte Bundesräte und lustige Erlebnisse vor Auftritten in Basel waren nur kleine Teile des Feuerwerks dieses heiteren Abends.» Ursula Handschin

 

Südostschweiz, Ausgabe Glarus, 7. 8. 2018
«‹Es ist verboten, übers Wasser zu gehen›: Diese und andere Absurditäten aus dem Alltag haben den Berner Autor und Kabarettisten Bänz Friedli zu seinem neuen Werk inspiriert.

Im Gasthaus ‹Richisau› im Klöntal las er aus dem neu erschienenen Buch. Seine Erzählungen unterbrach er stellenweise, um sie mit amüsanten Anekdoten aus seinem Leben zu ergänzen. Der Saal war erfüllt von schallendem Gelächter, die Besucher hingen an Friedlis Lippen, der über eine Stunde lang erzählte. Doch Langeweile kam in keiner Minute auf. Unter tosendem Applaus verliess Friedli am Schluss die Bühne.

Etwas anderes als Schreiben gab es für Bänz Friedli nie. Seit 1985 schreibt er Kolumnen. ‹Schreiben ist alles für mich. Ich muss schreiben, es ist ein Bedürfnis›, erklärt er. ‹Schon früher führte ich tonnenweise Reisetagebücher, zum Beispiel auf einer Töffreise 1979. Dadurch, dass ich das Erlebnis aufschreibe, bekommt es eine Wahrhaftigkeit für mich. Ich mache das für mich selbst.›»  Linda Hottinger

 

Der Landbote, 4. 7. 2018 (PDF)

«In den Texten werfen wir einen Blick hinaus in die Welt, nach Seattle zum Beispiel, der Stadt an der Westküste der USA, in der ein Junge Wasserflaschen zu einem Dollar verkauft, um seiner Schwester das Fussballlager zu finanzieren. Und man erfährt immer etwas über den Autor Bänz Friedli. Kurz und knapp müssen sie sein, diese Texte, wie gute Songs, von Bob Dylan zum Beispiel. Sie lebten von dem, was man weglasse, sagt Friedli. 

Der Sammelband mit dem schönen Titel ‹Es ist verboten, übers Wasser zu gehen› versammelt Kolumnen, die zwischen 2015 und 2018 erschienen, und ein paar neue. Keine Geschichte gleicht der anderen. Lustige Texte über unsinnige Verbote finden sich da, Betrachtungen über die Neigung der Medien zu negativen Schlagzeilen, Geschichten über Melodien, die längst vergessen geglaubte Erinnerungen heraufholen können, und über den besten Burger der Welt. Den ass Friedli mit dem Musiker J. J. Cale nach dessen Konzert, ein Erlebnis, das sich nicht wiederholen lässt: Alles ist hier aus dem Leben gegriffen.

Oft münden die Geschichten in eine Art Moral, und sei es auch nur, dass es sich anders verhält, als es zunächst scheint. In der Kolumne ‹Unverkleidet am Kostümball› schildert er, wie er einmal an der Party eines jungen Fussballerkollegen feststellen musste, dass alle sich der Abmachung gemäss als Song verkleidet hatten, nur er hatte es vergessen. ‹Ich fühlte mich saublöd.› Bis ihm auf die Frage, was er denn darstelle, der Song ‹Come as You Are› von Nirvana einfiel. ‹Es ist okay, wie du bist›, könnte man das übersetzen. Ein gutes Lebensmotto, findet Friedli.» Helmut Dworschak

 

20 Minuten, 29. 5. 2018
«Beobachtungen, grosse Empathie, Ratschlag und Tiefe in jeder Lebenslage, aber auch beste Unterhaltung – so könnte man Friedlis Kolumnen knackig beschreiben. Und weil er ein gewiefter Entertainer ist und ausserordentlich gut schreiben kann, schlägt er auch aus abgedroschenen Themen noch ein paar helle Funken. Und wem das nicht reicht, der kann sich auch über zeitgenössisches Musikschaffen, Frauenfussball, Kindererziehung und mehr informieren lassen.» Wolfgang Bortlik

 

Berner Kulturagenda, 12. 4. 2018
«Das pure Leben, seziert vom präzisen Beobachter Bänz Friedli, steckt im neuen Buch des ‹Migros-Magazin›-Kolumnisten. Fussball, Musik, Familie – fast jeder Text im neuen Buch ‹Es ist verboten, übers Wasser zu gehen› lässt sich einer dieser Kategorien zuordnen. So begleitet man Friedli mit dessen Sohn auf den Flohmarkt, wo der Autor darüber sinniert, ob er seine Plattensammlung mit einem Elvis-Exemplar erweitern soll, und erfährt, wie er in Seattle die Karriere einer jungen Fussballerin fördert. 

Viele Szenen in den Erzählungen spielen sich vor zehn, zwanzig oder mehr Jahren ab. Angestaubt wirken die jeweils zweiseitigen Episoden aber nicht: Friedlis präzise Beobachtungen des Alltags sind zeitlos und erweitern auch im Jahr 2018 die Perspektive der Leserschaft. Etwa jene von Büne Huber, der im Vorwort schreibt, dass er jeweils ‹beim Rühren in den Töpfen des Friedlibänzens Gedanken› nachhänge. Apropos Büne Huber: Der in Zürich lebende Berner Friedli verrät im Buch auch seine Antwort auf die ewige Frage ‹Patent Ochsner oder Züri West?›.» Flavia von Gunten

 

NZZ am Sonntag, 8. 4. 2018 (PDF)
«Der neue Kolumnenband des Kabarettisten und Journalisten Bänz Friedli, der regelmässig auch für die ‹NZZ am Sonntag› schreibt, verdankt sich einem Warnschild, das der Autor am Lago di Bracciano entdeckt hat. Kuriositäten interessieren ihn. Er weiss zum Beispiel, dass Mecklenburg-Vorpommern gemäss EU-Richtlinie ein Landesseilbahngesetz hat, aber keine einzige Seilbahn, und er entdeckt in einem Ratgeber den Satz ‹Tränende Augen beim Schneiden von Zwiebeln kann man vermeiden, indem man statt der Zwiebel eine Kohlrabi verwendet.› Bänz Friedli ist mit seinen Pendlerregeln und als Hausmann der Nation zu Ruhm gelangt. Seine Texte sind stets so träf wie unprätentiös. Wo dieser Autor einen Spass macht, verbirgt sich ein Problem – beispielsweise, wenn Bundesrat Schneider-Ammann findet, die Matura sei zu einfach geworden. – Friedli ist in der Welt herumgekommen. Den besten Hamburger seines Lebens hat er in den USA mit J. J.Cale gegessen. Als er das Lokal Jahre später stolz seiner Familie zeigen will, ist es zu. Tableau! Bänz Friedli ist Weltbürger, Wahlzürcher und Heimwehberner. Wenn YB diese Saison tatsächlich Meister wird, müssen wir beten, dass er nicht vor Freude tot umfällt.» Manfred Papst