Die Presse über «Lesen, Reden und anderer Unsinn»
Reussbote, 13. 10. 2026
«Was resultiert, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die gerne reden und ein ausgesprochen feines Gespür für Humor und die kleinen Absurditäten des Alltags haben? Vermutlich ziemlich viel Unsinn – allerdings von der intelligenten Sorte. Eine gewöhnliche Lesung darf an diesem Abend nicht erwartet werden. Alexander Götz moderiert und talkt mit Bänz Friedli und umgekehrt, die beiden lesen aus eigenen Büchern und Texten, erzählen, diskutieren und schweifen auch einmal ab. Dazu werfen sie ihre ganz eigenen schrägen Blicke auf aktuelle Schlagzeilen und auf das, was und im Alltag beschäftigt. Gerade darin liegt der Reiz des Abends: Nicht alles ist bis ins letzte Detail vorhersehbar. Das Gespräch darf sich entwickeln, spontane Einfälle haben ihren Platz. Vielleicht gibt es sogar ein kleines Hörspiel und mit grosser Wahrscheinlichkeit die eine oder andere ungeplante Zugabe.
Mit Bänz Friedli steht einer der bekanntesten Schweizer Kabarettisten, Autoren und Sprachkünstler auf der Bühne. Seine besondere Stärke liegt darin, genau hinzuschauen und hinzuhören. Alltagssituationen, gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Ereignisse werden bei ihm zu Geschichten, die einen zum Lachen bringen, manchmal überraschen und nicht selten auch zum Nachdenken anregen.
An seiner Seite sitzt mit Alexander Götz ein Mann, der die Schweizer Satire-Landschaft bestens kennt. Während vieler Jahre arbeitete er als Redaktor in der Satirer-Rdaktion von Radio SRF und war unter anderem für die Sendung ‹Spasspartout› zuständig. Als Regisseur und künstlerischer Begleiter verbindet ihn mit Bänz Friedli zudem eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit.» Lars Birchmeier
Frutigländer, 30. 1. 2026 (PDF)
«Der eine, ein bekannter Publikumsliebling, der seit Jahren die Schweizer Kleinkunstszene prägt – etwa mit dem aktuellen Erfolgsprogramm ‹Bänz Friedli räumt auf› –, der andere als langjähriger SRF-Satire-Redaktor unter anderem bekannt aus der Sendung ‹Spasspartout›: Gemeinsam lasen Friedli und Götz in der bist auf den letzten Platz besetzten ‹Badi Lounge› aus eigenen Texten und Büchern, redeten über Alltägliches und Politisches, hielten den Schlagzeilen der Gegenwart einen schrägen Spiegel vor und lieferten sich wortgewandte Dialoge.
Die Mischung erwies sich als beste Unterhaltung und äusserst gelungen. Viele unerwartete Pointen sorgten für Lacher, während sich Hochdeutsch und Berner Dialekt harmonisch abwechselten. Beide Künstler zeigten sich sprachlich virtuos, jede Pointe sass. In ihren Lesungen und Gesprächen griffen sie auch aktuelle Themen auf, etwa die schwierige Woche in Davos, die Friedli gekonnt in ‹Kokain- und Cüplikränzli› zusammenfasste, kurz seine grossartige Imitationskunst aufblitzen liess und den US-Präsidenten genüsslich zerlegte. Götz erläuterte seine Sicht auf die Halbierungsinitiative betreffend SRG, von der vor allem ein Gedankenspiel hängenblieb: Nähme die Schweiz diese Initiative an, so Götz, würde sie weltweite Aufmerksamkeit erlangen: ‹Jeder Diktator würde sagen: ‹Oh, ein solches Volk will ich auch, das sich selbst das Radio abschafft›.›
Zwischen politischen Spitzen und feinem Humor blieb auch Platz für Persönliches: Es wurde über Schallplatten, die Bühne und Ausschnitte aus der mitgebrachten Zeitung sinniert. Sogar ein Miniatur-Hörspiel kam zum Zug. Ein Abend, der humorvoll und zugleich tiefgründig war und eindrücklich aufzeigte, wie lebendig und relevant Literatur und Satire auch jenseits der grossen Bühnen sind.» Martin Wenger