Die Presse über «S isch kompliziert»

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NZZ am Sonntag, 23. 1. 2022 (PDF)

«Kabarettist Bänz Friedli zeigt sich in seinem neuen Soloprogramm auf der Höhe seines Könnens als Alltagsbeobachter und Sprachartist. Er überbrückt gesellschaftliche Gräben mit Pointen.

Meist steht er in der Bühnenmitte und tut das, was er am besten kann: Er denkt laut nach und lässt sich von seinen Ideen forttragen, schweift ab, erzählt Geschichten. Das heisst bei ihm: Er vergegenwärtigt und verkörpert sie mit Leib und Seele. Mit sparsamer Gestik und präzisem Mienenspiel, vor allem aber mit seiner höchst wandelbaren Sprache.

Mit seinem feinen Gehör und seiner Imitationskunst lässt er nicht nur Typen, sondern auch Individuen lebendig werden. Und er macht nicht den Fehler, sein Können selbstgefällig zu demonstrieren: Peter Bichsel oder Vladimir Petkovic stellt er mit einem einzigen Satz vor uns hin.

Bänz Friedlis Pointen kommen schnell und oft unerwartet; wie weiland Dieter Hildebrandt arbeitet er geschickt mit kleinen Stolperern. Mitunter liegt die Botschaft in einer Sekunde des Zögerns, einem Versprecher.

Der Titel des neuen Programms bildet die thematische Klammer für Friedlis Beobachtungen zu Corona-Experten und Impfgegnern, zu Verschwörungstheoretikern und Gutmenschen. Dabei gelingt es ihm, globale Themen mit Privatem zu verbinden und auch seine eigene Position mit Humor zu hinterfragen.

Der Abend beginnt mit einem genialen Satz: ‹Bänz Friedli hat die Gruppe verlassen.› Und in einer schwindelerregenden Kaskade für Stadt und Land zählt der Kabarettist auf, zu welchen Gruppen er nicht mehr gehören will. Es sind so gut wie alle. Beiläufig zeigt sich der Entertainer als Meister im denunziatorischen Zitieren: Ob er ein Flugblatt der SVP, eine Bilderläuterung aus der Kunsthalle Bremen oder einen Leitartikel des ‹Tages-Anzeigers› aus dem Jackett zieht: Man ist als Zuschauer heilfroh, dass man das nicht geschrieben hat.

Friedlis Aversion richtet sich gegen die ­ terribles simplificateurs auf allen Seiten. Das heisst nun aber nicht, dass er mit seinem Einerseits-Andererseits alles zu Tode relativieren würde. Er zeigt Haltung, beispielsweise in der Ökologie. Man rette den Planeten nicht, indem man im Tesla statt im SUV ins Shoppingcenter fahre, sagt er; die grünste Reise sei die, auf die man ganz verzichte. Und überall dort, wo Menschenrechte verletzt werden, verurteilt er taktisches Lavieren.

Friedlis Einlassungen zur Gegenwart werden konterkariert durch kurze Sequenzen, in denen er starr am rechten Bühnenrand steht, nur von einem schmalen Lichtkegel beleuchtet, und sich an prägende Kindheitserlebnisse erinnert. Diese Szenen, so kurz sie sind, geben dem Abend eine Tiefe und Dringlichkeit, die er sonst nicht hätte.

Bisweilen ist Friedli einfach nur umwerfend lustig. Ein Glanzstück des Abends ist das ‹Protokoll› einer Krisensitzung des Bundesrats, in dem er alle sieben Stimmen in rasantem Hin und Her so treffend imitiert, dass man Tränen lacht.» Manfred Papst

Luzerner, Zuger, Urner, Nidwaldner und Obwaldner Zeitung, 21. 1. 2022 (PDF)

«Das Weltgeschehen, ja das Leben an sich zu deuten, das ist eine komplizierte Sache. Zumindest wenn man dabei differenziert vorgeht. Nicht wenige Menschen verfallen in einfache Denkmuster – Graubereiche auszuloten, ist nicht jedermanns oder -fraus Sache. Da wären wir schon bei einem zentralen Punkt, an dem sich Friedli in seinem neuen Programm ‹S isch kompliziert› genüsslich abarbeiten kann: Eigentlich muss er vereinfachen, um Humor zu generieren. Sein Naturell ist aber das des Grüblers, des Relativierers und Vermittlers. ‹Da hab ich nun ein Problem›, konstatiert Friedli bei der Premiere im Luzerner Kleintheater.

Der gebürtige Berner, der schon lange in Zürich zu Hause ist, pendelt zwischen tiefgründiger Politsatire, bissiger Gesellschaftsanalyse und parodistischen Alltagsbeobachtungen. Das geht mitunter rasend schnell vom einen zum anderen Ende seines Spektrums. Und so galoppiert er durch das Zeitgeschehen, mokiert sich über Verschwörungstheoretiker, Ewiggestrige, E-Bike-Fahrende, kindsköpfige Multimilliardäre oder verlogene Politikerinnen und Politiker (meistens sind es die männlichen Volksrepräsentanten) gleichermassen. Mal ist er ganz ernst und bricht Lanzen für den Umweltschutz oder die engagierte Jugend, die bisher gültige Gesellschaftsmuster und Rollenbilder radikal hinterfragt. Dann wiederum sitzt er entspannt im roten Samtsessel und zeigt sein ausserordentliches Sprach- und Imitationstalent, wenn er eine Bundesratssitzung nachspielt und dabei jeden Akzent und Dialekt haargenau trifft. Das ist Bänz Friedli in Hochform.

Und so schafft er es tatsächlich auch, differenziert und pointiert gleichzeitig zu sein.

Die Aufgabe des Satirikers besteht darin, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Und das macht Friedli so gut wie kaum ein anderer Schweizer Humorist. Glücklich die Stadt, der Friedli einen Besuch abstattet.» Stefan Welzel

kulturtipp, 20. 1. 2022

«Das Leben ist kompliziert geworden. Das stellt auch Bänz Friedli in seinem brandaktuellen fünften Kabarettprogramm ‹S isch kompliziert› fest und gibt mit einer grossen Por­tion Humor Gegensteuer. Der 56-jährige Kabarettist und Sprachkünstler lässt sich über die aktuelle Weltlage aus – und streut in sein Programm je nach Auftrittsort auch immer Pointen zum lokalen Tagesgeschehen ein. Er macht sich über sich selbst als ‹Hafermilchtrinker und Körnlipicker› lustig, persifliert Sport­ler und Politikerinnen, erzählt Geschichten, blödelt und philosophiert.» Babina Cathomen

zentralplus, 20. 1. 2022 (lesen)

«Er gehört zu den ganz Grossen, wenn es um Schweizer Humor geht. Mit seinen Denkansätzen und Wortspielen ist Friedli am Puls der Zeit. Wirklich schön, wie er sich in der Lokalpolitik und dem Alltagsleben in Luzern auskennt.

Klimawandel, Aussen- und Innenpolitik, Ferien mit gutem Gewissen, Rechtsradikale in den ländlichen Gegenden, wirklich alles kompliziert, aber von Friedli gut seziert. So wandeln wir mit ihm durch die genannten Themen, erfreuen uns an Parodien und bekommen auch noch aus seinem Sammelsurium an Büchern vorgelesen.

Dabei merkt man ihm die Liebe zur Sprache an und sein Talent zum Beobachten, seien es Alltagssituationen oder die Beletage der Politik und des Bünzlitums. Köstlich!» Daniel Klein

Der Bund, Berner Zeitung, Thuner Tagblatt, 19. 1. 2022 (PDF)

«Der Titel des Programms spielt natürlich auf die aktuelle Weltlage an, auf die frenetische Suche nach Wahrhaftigkeit und Lüge. Dabei zitiert der Kabarettist unter anderem aus dem viel diskutierten SVP-Papier, in dem Städterinnen und Städter als luxuslinke Schmarotzer bezeichnet werden. Friedli, der in Bern geboren wurde, aber seit bald dreissig Jahren in Zürich lebt, stellte durch seine zahlreichen Auftritte in ländlichen Gefilden fest, dass er in einer Bubble lebt. Es sei komplizierter, als manche in der Stadt denken.

Der Stadt-Land-Graben ist aber nicht das einzige Thema, mit dem sich Friedli in seinem aktuellen Programm beschäftigt. Auch die Jugend, für die er bereits in ‹Gömmer Starbucks?› (2013) Partei ergriff, beschäftigt ihn weiterhin.

Friedli, der Vater zweier erwachsener Kinder ist, fühlt sich durch Begriffe wie ‹alter weisser Mann› nicht angegriffen, sondern versteht die Sprache der Jungen als Anregung. ‹Es ist doch ein Geschenk, wenn alte Denkweisen nochmals aufgebrochen werden.› Man solle ihnen zuhören, findet er, denn, ‹sie stellen die richtigen Fragen›.» Helen Lagger

Limmattaler Zeitung, 17. 1. 2022 (PDF)

«Im neuen Programm ‹S isch kompliziert – Bänz Friedli schafft Unordnung› sprudelt es aus Friedli nur so heraus. Er vermischt gekonnt Politisches und Privates. Was so locker dahergeplaudert erscheint, ist topaktuell und klug durchdacht – und stets ein wenig provokativ, um nicht zu sagen stinkfrech. Der Zürcher mit unüberhörbaren Berner Wurzeln schafft es, seinen hintersinnigen Humor stehend und locker vom Hocker wirken zu lassen. Es ist ein Genuss, seiner Vorstellung beizuwohnen – insbesondere nach der monatelangen, pandemiebedingten Kulturdürre.

Stets aktuell, oft überraschend und erfrischend heiter ist das neue Programm von Bänz Friedli. Er unterhält mit frischem Humor, Provokationen und Lokalkolorit. Vor der Vorpremiere in Dietikon hat er sich bestens informiert. Mit dem so gewonnenen Wissen verändert Friedli seine Auftritte von Ort zu Ort. Und das kommt gut an. Der Auftritt in Dietikon war ausverkauft.» Christian Murer

Schweiz am Wochenende, 15. 1. 2022 (Interview PDF)

Kabarettist Bänz Friedli will in seinem neuen Programm niemanden mehr zum Idioten abstempeln, ausser sich selbst. Interview: Julia Stephan.

Unterland Zeitung, 14. 1. 2022

«Mit seinem erzählerischen Kabarett sorgt Friedli für geordnete Unordnung. Er ist aktuell, oft überraschend und stets witzig. Das alles bringt er nur mit Hinschauen, Herz und Verstand fertig, er denkt über einfache Antworten, schwierige Fragen und wahrhaftige Lügen nach, blödelt und philosophiert und nimmt Sportler und Politikerinnen aufs Korn. ‹S isch kompliziert – Bänz Friedli schafft Unordnung›, diesen Abend sollte man nicht verpassen.» Friedel K. Husemann

SonntagsBlick, 26. 12. 2021 (Interview PDF)

«Im Gespräch mit ‹Magazin›-Redaktor Daniel Arnet zeigt sich Bänz Friedli in seinem Zürcher Büro nachdenklicher denn je.»

Oberbaselbieter Zeitung obz, 16. 12. 2021

«Sprachvirtuose, Autor, Komiker und Kabarettist Bänz Friedli verblüffte als Berner mit seinem witzigen Auftritt über Themen wie einem zögernden Bundesrat in Pandemiezeiten und über Frauenfussball, wobei die Sprache ständig in Bewegung blieb.» Sander van Riemsdijk

Stadtanzeiger Olten, 11. 11. 2021

«Von Politikern, die per Privatjet an Klimakonferenzen fliegen, bis zu Nazis und Antifas an gemeinsamen Corona-Demos – der Autor legte gekonnt die Finger in die Wunden der aktuellen Geschehnisse, und dies ohne die Moralkeule zu schwingen. Sein enthusiastischer Appell für den Frauenfussball, mit dem er sich auch in seinem ersten Kinderbuch ‹Machs wie Abby, Sascha!› befasst, liess wohl den einen oder anderen Besuchenden aufhorchen und den eigenen Blick auf diesen Sport überdenken. Ein sympathischer, authentischer und amüsanter Auftakt der neuen Oltner Literaturbühne, der zum Nachdenken anregte und Lust auf mehr machte.» Beno Meier